Spielen, nicht brennen!
28. Februar 2016. Alwara Höfels ist eine der beiden neuen Dresdener "Tatort"-Kommissarinnen (zusammen mit Karin Hanczewski). Im Interview mit Harald Staun in der FAS spricht sie auch übers Theater und übers Verbrennen im Festengagement.
"Ich hatte nach der Schauspielschule nicht vor, medial stattzufinden. Ich wollte hehre Kunst machen, vermeintlich, und am Theater stattfinden und bin auch ans Theater gegangen", so Alwara Höfels im Interview mit Harald Staun in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Til Schweiger habe dann den Plan durchkreuzt, eher durch einen Zufall. Sie habe am Theater mit den Worten gekündigt: "Sie wollen, dass ich vom Leben erzähle, ich führe aber keines mehr."
"Du verschwindest, als Mensch. Ich liebe die Auseinandersetzung mit Sprache und auch die Vorläufe. Sich sechs Wochen so mit einem Thema auseinanderzusetzen, das ist einfach ein Luxus. Ich habe eine riesige Sehnsucht, dort auch wieder stattzufinden. Aber nicht in einem Festengagement." Denn man verbrenne. "Du verbrennst. Wenn du brennend arbeitest, verbrennst du. Und mit zehn Prozent kannst du am Theater auch nicht arbeiten." Ihr Leben sei ihr wichtiger gewesen, "und das, woraus ich meine Figuren speise. Deswegen habe ich diesen Schlussstrich mit dem Festengagement nach drei Jahren gezogen."
Dass eine Rolle als "Tatort"-Kommissarin in Deutschland eher ein Amt als eine Rolle sei, habe sie sich gut überlegt: "Ich bin mir dessen bewusst, dass das gesellschaftlich größer verhandelt wird als andere Formate, aber das hilft mir im Arbeitsprozess herzlich wenig. Ich gehe mit derselben Ernsthaftigkeit und mit demselben Anspruch an diese Figur wie an alle anderen Arbeiten."
(Faz.net / sik)
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